CO2-Steuer erklärt: Wer zahlt wie viel?
BEHG, Stufenmodell und Emissionsfaktoren — alles, was du zur CO2-Abgabe auf Heizkosten wissen musst.
Was ist die CO2-Steuer?
Die „CO2-Steuer“ ist streng genommen keine Steuer, sondern eine CO2-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Seit 2021 müssen Unternehmen, die fossile Brennstoffe in Verkehr bringen, Emissionszertifikate kaufen. Diese Kosten werden an Endverbraucher weitergegeben — du zahlst sie über deine Gas-, Öl- oder Fernwärmerechnung.
Ziel ist es, fossile Energie schrittweise teurer zu machen und so den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen zu fördern. Die Einnahmen fließen unter anderem in die Senkung der EEG-Umlage und soziale Ausgleichsmaßnahmen.
CO2-Preis-Entwicklung 2021–2027
| Jahr | CO2-Preis | Anmerkung |
|---|---|---|
| 2021 | 25 €/t | Start BEHG |
| 2022 | 30 €/t | Festpreis |
| 2023 | 30 €/t | Erhöhung verschoben (Energiekrise) |
| 2024 | 45 €/t | Nachholeffekt |
| 2025 | 55 €/t | Festpreis |
| 2026 | 55–65 €/t | Erster Preiskorridor |
| 2027+ | Marktpreis | EU ETS2 ersetzt BEHG |
Emissionsfaktoren: Wie viel CO2 steckt in deiner Heizung?
Jeder Brennstoff hat einen spezifischen Emissionsfaktor — er gibt an, wie viel Kilogramm CO2 pro Verbrauchseinheit freigesetzt werden. Die Werte stammen vom Umweltbundesamt (UBA).
| Brennstoff | Emissionsfaktor | Typischer Verbrauch |
|---|---|---|
| Erdgas | 0,201 kg/kWh | 15.000–25.000 kWh/Jahr |
| Heizöl | 2,66 kg/Liter | 1.500–3.000 Liter/Jahr |
| Flüssiggas (LPG) | 1,59 kg/Liter | 1.000–2.500 Liter/Jahr |
| Fernwärme | ~0,18 kg/kWh | 10.000–20.000 kWh/Jahr |
Fernwärme ist teilweise durch den EU-Emissionshandel (ETS) bereits bepreist. Die tatsächliche CO2-Belastung kann je nach Erzeuger variieren.
Mieter/Vermieter-Aufteilung nach CO2KostAufG
Seit dem 1. Januar 2023 gilt das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG). Es teilt die CO2-Kosten für Heizung zwischen Mieter und Vermieter auf — nach einem Stufenmodell mit 10 Stufen.
Die Logik: Je schlechter die Energieeffizienz des Gebäudes, desto mehr zahlt der Vermieter. Denn der Vermieter hat es in der Hand, das Gebäude zu sanieren — der Mieter nicht. Maßstab ist der jährliche CO2-Ausstoß pro Quadratmeter Wohnfläche.
| CO2 (kg/m²/Jahr) | Mieter | Vermieter |
|---|---|---|
| unter 12 | 100 % | 0 % |
| 12 – 17 | 90 % | 10 % |
| 17 – 22 | 80 % | 20 % |
| 22 – 27 | 70 % | 30 % |
| 27 – 32 | 60 % | 40 % |
| 32 – 37 | 50 % | 50 % |
| 37 – 42 | 40 % | 60 % |
| 42 – 47 | 30 % | 70 % |
| 47 – 52 | 20 % | 80 % |
| ab 52 | 5 % | 95 % |
Für Nichtwohngebäude (Gewerbe, Büro) gilt eine pauschale 50/50-Aufteilung.
Ab 2027: EU ETS2
Ab 2027 wird das nationale BEHG durch das EU-Emissionshandelssystem ETS2 abgelöst. Der CO2-Preis wird dann nicht mehr politisch festgelegt, sondern ergibt sich aus Angebot und Nachfrage am Markt. Experten rechnen mit Preisen von 80 bis 150 € pro Tonne CO2 — deutlich mehr als die aktuellen 55–65 €.
Für Verbraucher bedeutet das: Die Heizkosten für fossile Brennstoffe werden weiter steigen. Der Umstieg auf eine Wärmepumpe oder die energetische Sanierung lohnt sich langfristig immer mehr.
Tipps zur CO2-Reduktion
- •Wärmepumpe: Reduziert den CO2-Ausstoß um bis zu 80 %. Förderung über BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) möglich.
- •Dämmung: Fassade, Dach und Kellerdecke dämmen senkt den Verbrauch um 20–40 %.
- •Heizung optimieren: Hydraulischer Abgleich, Thermostatventile und niedrigere Vorlauftemperatur sparen 10–15 %.
- •Solarthermie: Ergänzt die Heizung mit kostenloser Sonnenwärme — besonders für Warmwasser effektiv.
Deine CO2-Steuer berechnen
Berechne, wie viel CO2-Steuer du auf Erdgas, Heizöl oder Flüssiggas zahlst — inkl. Mieter/Vermieter-Aufteilung.
→ Zum CO2-Steuer-RechnerQuellen:
- BEHG (Brennstoffemissionshandelsgesetz)
- CO2KostAufG (Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz)
- Umweltbundesamt — Emissionsfaktoren
Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: April 2026.
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