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Gewerbesteuer-Hebesätze 2024:Ranking aller 10.754 Gemeinden

Stand der Daten: Berichtsjahr 2024 · Quelle: Realsteuervergleich, Berichtsjahr 2024 (Destatis) · Alle Angaben ohne Gewähr

Wo zahlen Unternehmen am meisten Gewerbesteuer — und wo am wenigsten? Wir haben die Hebesätze aller 10.754 deutschen Gemeinden mit gültigem Gewerbesteuer-Satz ausgewertet. Den Spitzenplatz hält Inden mit 700 %, das Schlusslicht Giersleben mit nur 200 %.

700 %
Höchster Hebesatz
(Inden)
200 %
Niedrigster Hebesatz
(Giersleben)
380 %
Median über alle
Gemeinden
409 %
Gewogener Schnitt
(Destatis, offiziell)

Was zahlt deine Gemeinde?

Tippe deinen Ort ein und vergleiche den Hebesatz mit dem bundesweiten Median von 380 %.

Mindestens 2 Zeichen. Es werden bis zu 25 Treffer angezeigt.

Gewerbesteuer-Landkarte

Median-Hebesatz je Region. Je dunkler die Fläche, desto höher die Gewerbesteuer. Tippe oder fahre über einen Kreis für den Wert, klicke ihn für die Gemeinden darin. Mit Mausrad oder den Tasten zoomen, ziehen zum Verschieben.

  • unter 340 %
  • 340–369 %
  • 370–399 %
  • 400–449 %
  • 450 % und mehr
Fahre über die Karte oder tippe eine Region an, um Details zu sehen.

Die 20 teuersten Gemeinden

Spitzenreiter ist Inden mit 700 %. Neben Großstädten wie Oberhausen und Mülheim an der Ruhr tauchen unter den Höchstsätzen auch viele winzige Gemeinden auf. Die Einwohnerzahl in der Tabelle ordnet das ein.

#GemeindeHebesatz
1 Inden Nordrhein-Westfalen
700 %
2 Wettlingen Rheinland-Pfalz
600 %
3 Oberhausen Nordrhein-Westfalen
580 %
4 Mülheim an der Ruhr Nordrhein-Westfalen
580 %
5 Erftstadt Nordrhein-Westfalen
565 %
6 Waldbröl Nordrhein-Westfalen
565 %
7 Dahlem Nordrhein-Westfalen
561 %
8 Elsdorf Nordrhein-Westfalen
555 %
9 Vettweiß Nordrhein-Westfalen
552 %
10 Alfter Nordrhein-Westfalen
550 %
11 Langerwehe Nordrhein-Westfalen
550 %
12 Nörvenich Nordrhein-Westfalen
550 %
13 Heimbach Nordrhein-Westfalen
550 %
14 Scheuerfeld Rheinland-Pfalz
550 %
15 Wallmenroth Rheinland-Pfalz
550 %
16 Kreuzau Nordrhein-Westfalen
549 %
17 Neroth Rheinland-Pfalz
545 %
18 Linnich Nordrhein-Westfalen
540 %
19 Bonn Nordrhein-Westfalen
537 %
20 Herdecke Nordrhein-Westfalen
535 %

Die 20 günstigsten Gemeinden

Am anderen Ende der Skala liegen die Steueroasen: Giersleben und Langenwolschendorf kommen mit 200 % aus. Auch wohlhabende Vororte wie Grünwald oder Monheim am Rhein halten ihre Hebesätze bewusst niedrig, um Unternehmen anzulocken.

#GemeindeHebesatz
1 Giersleben Sachsen-Anhalt
200 %
2 Langenwolschendorf Thüringen
200 %
3 Bad Alexandersbad Bayern
220 %
4 Kemnath Bayern
230 %
5 Röttenbach Bayern
230 %
6 Wolfertschwenden Bayern
230 %
7 Schönefeld Brandenburg
240 %
8 Bad Wörishofen Bayern
240 %
9 Grünwald Bayern
240 %
10 Lützen Sachsen-Anhalt
240 %
11 Pöcking Bayern
240 %
12 Bad Wiessee Bayern
240 %
13 Gundremmingen Bayern
240 %
14 Stammham Bayern
240 %
15 Leverkusen Nordrhein-Westfalen
250 %
16 Monheim am Rhein Nordrhein-Westfalen
250 %
17 Taufkirchen Bayern
250 %
18 Gräfelfing Bayern
250 %
19 Oberhaching Bayern
250 %
20 Liebenwalde Brandenburg
250 %

Nur Gemeinden mit einem Hebesatz größer null. Gemeinden ohne ausgewiesenen Gewerbesteuer-Hebesatz sind nicht enthalten.

🏝️ Steueroasen: Wo Gewerbesteuer am wenigsten kostet

Als Steueroase zählen wir Gemeinden mit einem Hebesatz unter 300 % — das entspricht einer effektiven Gewerbesteuerbelastung von unter 10,5 % (Hebesatz × Steuermesszahl 3,5 %). In Deutschland gibt es davon aktuell 91 von 10.754 Gemeinden.

Was das wert ist: Bei 100.000 € Gewinn zahlt eine Kapitalgesellschaft in der günstigsten Gemeinde (Giersleben, 200 %) rund 7.000,00 € Gewerbesteuer im Jahr — in der teuersten (Inden, 700 %) dagegen 24.500,00 €. Ein Standort-Unterschied von rund 17.500,00 € pro Jahr.

Ampel: 🟢 unter 300 % · 🟡 300–399 % · 🔴 400 % und mehr. Vereinfachtes Beispiel ohne Hinzurechnungen/Kürzungen.

#GemeindeHebesatzEffektiv
1 Giersleben Sachsen-Anhalt200 %7,0 %
2 Langenwolschendorf Thüringen200 %7,0 %
3 Bad Alexandersbad Bayern220 %7,7 %
4 Kemnath Bayern230 %8,1 %
5 Röttenbach Bayern230 %8,1 %
6 Wolfertschwenden Bayern230 %8,1 %
7 Schönefeld Brandenburg240 %8,4 %
8 Bad Wörishofen Bayern240 %8,4 %
9 Grünwald Bayern240 %8,4 %
10 Lützen Sachsen-Anhalt240 %8,4 %
11 Pöcking Bayern240 %8,4 %
12 Bad Wiessee Bayern240 %8,4 %
13 Gundremmingen Bayern240 %8,4 %
14 Stammham Bayern240 %8,4 %
15 Leverkusen Nordrhein-Westfalen250 %8,8 %
16 Monheim am Rhein Nordrhein-Westfalen250 %8,8 %
17 Taufkirchen Bayern250 %8,8 %
18 Gräfelfing Bayern250 %8,8 %
19 Oberhaching Bayern250 %8,8 %
20 Liebenwalde Brandenburg250 %8,8 %
21 Straßlach-Dingharting Bayern250 %8,8 %
22 Untrasried Bayern250 %8,8 %
23 Marienwerder Brandenburg250 %8,8 %
24 Insel Hiddensee Mecklenburg-Vorpommern250 %8,8 %
25 Rettenbach a.Auerberg Bayern250 %8,8 %
26 Reichenbach Bayern250 %8,8 %
27 Nostorf Mecklenburg-Vorpommern250 %8,8 %
28 Hamfelde Schleswig-Holstein250 %8,8 %
29 Schaprode Mecklenburg-Vorpommern250 %8,8 %
30 Thumby Schleswig-Holstein250 %8,8 %
31 Pullach i.Isartal Bayern260 %9,1 %
32 Aying Bayern260 %9,1 %
33 Lohmen Mecklenburg-Vorpommern260 %9,1 %
34 Walldorf Baden-Württemberg265 %9,3 %
35 Zossen Brandenburg270 %9,5 %
36 Schondorf am Ammersee Bayern270 %9,5 %
37 Eching am Ammersee Bayern270 %9,5 %
38 Aubstadt Bayern270 %9,5 %
39 Altenhof Schleswig-Holstein270 %9,5 %
40 Melz Mecklenburg-Vorpommern270 %9,5 %

Zeigt die 40 günstigsten von 91 Steueroasen. Über die API erreichst du alle Gemeinden.

Teuerste Großstädte (ab 100.000 Einwohnern)

Der fairere Vergleich unter den 79 Großstädten: Hier dominiert das Ruhrgebiet. Oberhausen führt mit 580 %. München liegt mit 490 % trotz starker Wirtschaft im oberen Mittelfeld.

#StadtHebesatz
1 Oberhausen Nordrhein-Westfalen
580 %
2 Mülheim an der Ruhr Nordrhein-Westfalen
580 %
3 Bonn Nordrhein-Westfalen
537 %
4 Hagen Nordrhein-Westfalen
520 %
5 Recklinghausen Nordrhein-Westfalen
520 %
6 Duisburg Nordrhein-Westfalen
505 %
7 Siegen Nordrhein-Westfalen
505 %
8 Herne Nordrhein-Westfalen
500 %
9 Bochum Nordrhein-Westfalen
495 %
10 Moers Nordrhein-Westfalen
495 %
11 München Bayern
490 %
12 Wuppertal Nordrhein-Westfalen
490 %
13 Mönchengladbach Nordrhein-Westfalen
490 %
14 Saarbrücken Saarland
490 %
15 Bottrop Nordrhein-Westfalen
490 %
16 Remscheid Nordrhein-Westfalen
490 %
17 Dortmund Nordrhein-Westfalen
485 %
18 Essen Nordrhein-Westfalen
480 %
19 Hannover Niedersachsen
480 %
20 Bielefeld Nordrhein-Westfalen
480 %

Bundesland-Ranking nach Median-Hebesatz

Der Median über alle Gemeinden eines Landes glättet Ausreißer. Die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen bestehen jeweils nur aus einer bzw. zwei Gemeinden — ihr Wert ist also ein Einzelwert, kein echter Durchschnitt. Unter den Flächenländern liegt Nordrhein-Westfalen klar vorn, Brandenburg und Bayern am unteren Ende.

Hamburg (1 Gem.)Ø 470 % · Median 470 %
Bremen (2 Gem.)Ø 460 % · Median 460 %
Nordrhein-Westfalen (396 Gem.)Ø 458.6 % · Median 450 %
Saarland (52 Gem.)Ø 434.0 % · Median 430 %
Berlin (1 Gem.)Ø 410 % · Median 410 %
Sachsen (418 Gem.)Ø 398.9 % · Median 400 %
Thüringen (605 Gem.)Ø 392.3 % · Median 395 %
Niedersachsen (941 Gem.)Ø 393.9 % · Median 390 %
Hessen (421 Gem.)Ø 395.6 % · Median 390 %
Rheinland-Pfalz (2301 Gem.)Ø 388.9 % · Median 380 %
Mecklenburg-Vorpommern (724 Gem.)Ø 368.5 % · Median 380 %
Schleswig-Holstein (1104 Gem.)Ø 355.0 % · Median 360 %
Baden-Württemberg (1101 Gem.)Ø 359.8 % · Median 360 %
Sachsen-Anhalt (218 Gem.)Ø 365.9 % · Median 360 %
Bayern (2056 Gem.)Ø 345.0 % · Median 350 %
Brandenburg (413 Gem.)Ø 328.7 % · Median 323 %

Balkenlänge proportional zum Median-Hebesatz. Ø = arithmetisches Mittel der Gemeinden im Land.

Wie sich die Hebesätze verteilen

Die große Mehrheit der Gemeinden liegt zwischen 350 und 400 %. Extremwerte über 500 % oder unter 250 % sind die Ausnahme.

unter 250 %14 Gemeinden
250–299 %77 Gemeinden
300–349 %2.288 Gemeinden
350–399 %5.849 Gemeinden
400–449 %2.079 Gemeinden
450–499 %362 Gemeinden
500–549 %70 Gemeinden
550 und mehr %15 Gemeinden

So funktioniert die Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer zahlt fast jedes Unternehmen in Deutschland an seine Gemeinde. Die Höhe hängt von zwei Dingen ab: dem Gewerbeertrag und dem Hebesatz der Gemeinde. Zuerst wird der Gewerbeertrag mit der bundesweit einheitlichen Steuermesszahl von 3,5 % multipliziert — das ergibt den Steuermessbetrag. Diesen Messbetrag multipliziert die Gemeinde dann mit ihrem Hebesatz. Genau dieser Hebesatz unterscheidet sich von Ort zu Ort und macht einen Standort teuer oder günstig.

Ein Beispiel: Bei 100.000 € Gewerbeertrag und einem Hebesatz von 400 % ergibt sich ein Messbetrag von 3.500 € (3,5 %) und daraus 14.000 € Gewerbesteuer. Bei 700 % wären es 24.500 € — bei gleichem Gewinn, nur wegen des Standorts.

Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften gilt ein Freibetrag von 24.500 €; Kapitalgesellschaften wie die GmbH haben keinen. Bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften wird die Gewerbesteuer zudem über § 35 EStG teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet — die tatsächliche Mehrbelastung fällt dadurch oft kleiner aus, als der Hebesatz allein vermuten lässt. Den genauen Betrag für deinen Fall rechnet dir der Gewerbesteuer-Rechner aus.

Die Rechtsgrundlagen: vom Gewerbeertrag zum Hebesatz

Die Gewerbesteuer entsteht in mehreren Schritten, und jeder ist im Gewerbesteuergesetz geregelt. Wer die Kette kennt, versteht, warum der Hebesatz am Ende den Unterschied macht.

§ 2 GewStG — Steuergegenstand

Der Gewerbesteuer unterliegt „jeder stehende Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird“ (Abs. 1). Bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH gilt die Tätigkeit „stets und in vollem Umfang“ als Gewerbebetrieb (Abs. 2) — Freiberufler und Land-/Forstwirte sind dagegen nicht gewerbesteuerpflichtig.

§ 7 & § 11 GewStG — Gewerbeertrag und Steuermessbetrag

Ausgangsgröße ist der Gewerbeertrag: der nach Einkommen- oder Körperschaftsteuerrecht ermittelte Gewinn, verändert um die Hinzurechnungen und Kürzungen der §§ 8 und 9 (§ 7). Auf diesen Ertrag wird — nach einem Freibetrag von 24.500 € für natürliche Personen und Personengesellschaften — die bundesweit einheitliche Steuermesszahl von 3,5 % angewendet (§ 11). Das Ergebnis ist der Steuermessbetrag, den das Finanzamt für das Kalenderjahr festsetzt (§ 14).

§ 16 GewStG — der Hebesatz

Den Steuermessbetrag multipliziert die Gemeinde mit ihrem Hebesatz, den sie selbst bestimmt (§ 16 Abs. 1). Der Beschluss ist bis zum 30. Juni eines Jahres mit Wirkung ab Jahresbeginn zu fassen (Abs. 3). Ohne höhere Festsetzung beträgt der Hebesatz mindestens 200 %; ab dem Erhebungszeitraum 2027 steigt diese Untergrenze auf 280 % (§ 16 Abs. 4 Satz 2 in der Fassung des Gesetzes vom 29.06.2026, BGBl. 2026 I Nr. 197, anzuwenden nach § 36 Abs. 5b GewStG). Sie wirkt als bundesweite Grenze und verhindert reine Gewerbesteuer-Oasen mit 0 %. Genau dieser Hebesatz ist es, der Standorte teuer oder günstig macht.

§ 35 EStG — Anrechnung auf die Einkommensteuer

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften wird das Vierfache des Steuermessbetrags auf die Einkommensteuer angerechnet (§ 35 Abs. 1) — begrenzt auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer (Satz 5). Bis zu einem Hebesatz von rund 400 % ist die Gewerbesteuer dadurch weitgehend neutralisiert; darüber bleibt eine echte Mehrbelastung. Für Kapitalgesellschaften gibt es diese Anrechnung nicht.

Rechtsprechung: die Anrechnung ist betriebsbezogen

Wer Betriebe oder Beteiligungen in mehreren Gemeinden hält, kann Anrechnungsvolumen aus einer Niedrighebesatz-Gemeinde nicht in eine Hochhebesatz-Gemeinde verschieben. Der Bundesfinanzhof hat entschieden: „Die Begrenzung des Steuerermäßigungsbetrags nach § 35 Abs. 1 Satz 5 EStG ist betriebsbezogen zu ermitteln“ (Urteil vom 20.03.2017, X R 62/14). Für jeden Betrieb gilt die Deckelung auf die dort tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer getrennt — der Hebesatz am jeweiligen Standort schlägt also unmittelbar durch.

Glossar: die wichtigsten Begriffe

Hebesatz:
Prozentsatz, mit dem die Gemeinde den Steuermessbetrag multipliziert (§ 16 GewStG); frei bestimmbar, Untergrenze 200 % (ab Erhebungszeitraum 2027: 280 %).
Steuermesszahl:
bundesweit einheitliche 3,5 % auf den Gewerbeertrag (§ 11 Abs. 2 GewStG).
Steuermessbetrag:
Gewerbeertrag (nach Freibetrag) × Steuermesszahl; vom Finanzamt festgesetzt (§ 14 GewStG).
Gewerbeertrag:
der einkommen- oder körperschaftsteuerliche Gewinn ± Hinzurechnungen/Kürzungen der §§ 8, 9 (§ 7 GewStG).
Freibetrag:
24.500 € für natürliche Personen und Personengesellschaften; Kapitalgesellschaften haben keinen (§ 11 Abs. 1 GewStG).
Gewerbesteuer-Anrechnung:
das Vierfache des Messbetrags mindert die Einkommensteuer, höchstens die gezahlte Gewerbesteuer (§ 35 EStG).
Zerlegung:
Aufteilung des Messbetrags auf mehrere Gemeinden, wenn ein Betrieb dort Betriebsstätten unterhält (§§ 28 ff. GewStG).

Methodik & Quelle

Grundlage dieser Auswertung sind die amtlichen Gewerbesteuer-Hebesätze aus dem Realsteuervergleich, Berichtsjahr 2024. Die gemeindescharfen Werte stammen aus Tabelle 71231-01-03-5 der Regionaldatenbank Deutschland (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Regionaldatenbank Deutschland); sie wird vom Statistischen Bundesamt (Destatis) und den Statistischen Ämtern der Länder gepflegt und enthält neben dem Hebesatz auch die Einwohnerzahl je Gemeinde (Stichtag 30.06.2024). Wir haben alle 10.754 Gemeinden berücksichtigt, für die ein gültiger Gewerbesteuer-Hebesatz ausgewiesen ist.

Warum unser Mittel (374 %) vom offiziellen Schnitt (409 %) abweicht

Destatis nennt für 2024 einen durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatz von 409 %. Das ist ein gewogener Durchschnitt — gewichtet nach den Steuer-Grundbeträgen, also nach wirtschaftlicher Größe. Große Städte mit hohen Sätzen und breiter Steuerbasis ziehen diesen Wert nach oben. Unser Median von 380 % und das ungewichtete Mittel von 374.0 % behandeln dagegen jede Gemeinde gleich — egal ob Millionenstadt oder Dorf mit 100 Einwohnern. Beide Zahlen stimmen, sie beantworten nur unterschiedliche Fragen.

Warum nur Gewerbesteuer, keine Grundsteuer?

Zum 01.01.2025 ist die Grundsteuerreform in Kraft getreten — die Grundsteuer-Hebesätze wurden bundesweit neu justiert. Ein Ranking der Grundsteuer-Sätze von 2024 wäre direkt nach der Reform irreführend. Die Gewerbesteuer ist von der Reform unberührt und bleibt sauber vergleichbar, deshalb beschränken wir uns hier bewusst darauf.

Quellenangabe & Lizenz

Datenquelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Regionaldatenbank Deutschland, Realsteuervergleich, Berichtsjahr 2024 (Tabelle 71231-01-03-5), abgerufen April 2026; Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0 (dl-de/by-2-0), dl-de/by-2-0; eigene Darstellung und Berechnung. Daten-Stand der Aufbereitung: Berichtsjahr 2024. Die zugrunde liegende Karten-Geometrie stammt aus dem Projekt deutschlandGeoJSON (gemeinfrei, The Unlicense). Alle Angaben ohne Gewähr.

Aufbereitet und geprüft von Thomas Hakenes (Softwareentwickler, kein Steuerberater). Rechtsgrundlagen gegen den Gesetzestext auf gesetze-im-internet.de geprüft, Stand: 15. Juli 2026.

Rohdaten herunterladen

Der komplette Datensatz — alle 10.754 Gemeinden mit AGS, Bundesland, Kreis, Hebesatz und Einwohnerzahl. Frei nutzbar mit Quellenangabe (dl-de/by-2-0); wenn du die Daten verwendest, freuen wir uns über einen Link auf diese Seite.

CSV: Semikolon-getrennt, UTF-8 mit BOM — öffnet direkt in Excel und LibreOffice. Berichtsjahr 2024, Quelle: Destatis/Regionaldatenbank (Tabelle 71231-01-03-5).

Häufige Fragen

Welche Gemeinde hat den höchsten Gewerbesteuer-Hebesatz in Deutschland?

Den höchsten Hebesatz 2024 hat Inden in Nordrhein-Westfalen mit 700 %. Unter den Großstädten ab 100.000 Einwohnern führen Oberhausen und Mülheim an der Ruhr mit jeweils 580 %.

Welche Gemeinde hat den niedrigsten Gewerbesteuer-Hebesatz?

Den niedrigsten gültigen Hebesatz haben Giersleben (Sachsen-Anhalt) und Langenwolschendorf (Thüringen) mit jeweils 200 % (Berichtsjahr 2024). Bis einschließlich Erhebungszeitraum 2026 beträgt der Hebesatz ohne höhere Festsetzung mindestens 200 %; ab dem Erhebungszeitraum 2027 steigt diese Untergrenze auf 280 % (§ 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG in der Fassung des Gesetzes vom 29.06.2026, BGBl. 2026 I Nr. 197; Anwendung nach § 36 Abs. 5b GewStG).

Was ist der Gewerbesteuer-Hebesatz?

Der Hebesatz ist der Prozentsatz, mit dem eine Gemeinde den Gewerbesteuer-Messbetrag multipliziert. Der Messbetrag beträgt 3,5 % des Gewerbeertrags nach Freibetrag. Bei einem Hebesatz von 400 % zahlst du das Vierfache des Messbetrags. Jede Gemeinde legt ihren Hebesatz selbst fest; ohne höhere Festsetzung gilt eine Untergrenze von 200 %, ab dem Erhebungszeitraum 2027 von 280 % (§ 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG).

Wie hoch ist der durchschnittliche Gewerbesteuer-Hebesatz in Deutschland?

Das Statistische Bundesamt nennt für 2024 einen gewogenen Durchschnitt von 409 %. Über alle 10.754 Gemeinden gleich gewichtet liegt der Median bei 380 % und das einfache Mittel bei 374 %.

Gibt es einen Mindesthebesatz für die Gewerbesteuer?

Ja. § 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG setzt eine bundesweite Untergrenze und verhindert reine Gewerbesteuer-Oasen mit 0 %. Bis einschließlich Erhebungszeitraum 2026 liegt sie bei 200 %, ab dem Erhebungszeitraum 2027 bei 280 % (angehoben durch Gesetz vom 29.06.2026, BGBl. 2026 I Nr. 197). Die hier ausgewerteten Daten stammen aus 2024, es gilt also die 200-%-Grenze.

Was ist eine Gewerbesteuer-Oase?

Als Steueroase gelten Gemeinden mit einem Hebesatz unter 300 % — das entspricht einer effektiven Gewerbesteuerbelastung von unter 10,5 %. 2024 gibt es davon 91 von 10.754 Gemeinden. Bei 100.000 € Gewinn macht der Unterschied zwischen günstigster und teuerster Gemeinde rund 17.500,00 € Gewerbesteuer pro Jahr aus.

Kann ich die Hebesatz-Daten herunterladen oder per API abrufen?

Ja. Die Daten stammen aus dem Destatis-Realsteuervergleich (Lizenz dl-de/by-2-0) und sind mit Quellenangabe frei nutzbar. Über die rechner-hub-API lässt sich jeder Gemeinde-Hebesatz programmatisch abfragen (Endpoint /v1/hebesätze) und die Gewerbesteuer direkt berechnen.

Daten programmatisch nutzen

Alle Hebesätze dieser Studie liefert unsere API auch als JSON — ideal für Journalisten, Standort-Berater oder eigene Tools. Frag den Hebesatz einer Gemeinde per AGS oder Name ab oder lass die komplette Gewerbesteuer inklusive § 35-Anrechnung berechnen.

Du willst wissen, wie viel Gewerbesteuer bei deinem Hebesatz konkret anfällt?

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Keine Rechts- oder Steuerberatung. Daten: Berichtsjahr 2024, Stand der Seite: Juni 2026.