Wohngeld 2026: Keine Erhöhung bis 2027
Wohngeld 2026: Alles bleibt beim Alten
Wer auf eine Wohngeld-Erhöhung zum Jahreswechsel gehofft hat, geht leer aus. Die gesetzliche Dynamisierung erfolgt nur alle zwei Jahre — und die letzte Anpassung gab es im Januar 2025. Die nächste Erhöhung steht erst 2027 an. Keine Erhöhung trotz steigender Mieten — für viele Betroffene bitter.
Wohngeld-Entwicklung 2023–2027
| Jahr | Anpassung | Durchschnittliches Wohngeld |
|---|---|---|
| 2023 | Wohngeld-Plus-Gesetz (+190 %) | ca. 370 EUR/Monat |
| 2024 | Keine Änderung | ca. 370 EUR/Monat |
| 2025 | Dynamisierung (+15 %) | ca. 425 EUR/Monat |
| 2026 | Keine Änderung | ca. 425 EUR/Monat |
| 2027 | Dynamisierung (geplant) | noch offen |
Warum sich ein Antrag trotzdem lohnen kann
Auch ohne Erhöhung der Wohngeld-Tabellenwerte kann dein Anspruch steigen — zum Beispiel wenn:
- deine Miete gestiegen ist (höhere Mietstufe)
- dein Einkommen gesunken ist (Jobwechsel, Kurzarbeit, Teilzeit)
- sich deine Haushaltsgröße verändert hat
Das Wohngeld wird individuell berechnet. Eine Änderung deiner persönlichen Situation kann den Anspruch deutlich verändern, auch wenn die Tabellenwerte gleich bleiben.
Was ist Wohngeld überhaupt?
Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für Haushalte mit kleinem Einkommen (§ 1 WoGG). Mieter bekommen einen Mietzuschuss, Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie einen Lastenzuschuss. Du musst das Geld nicht zurückzahlen, und es ist steuerfrei.
Wie hoch dein Wohngeld ausfällt, hängt von drei Größen ab:
- Anzahl der Haushaltsmitglieder — je mehr Personen, desto höher der mögliche Anspruch
- Gesamteinkommen des Haushalts — gezählt wird das Einkommen aller Mitglieder
- Zuschussfähige Miete — begrenzt durch die Mietstufe deiner Gemeinde (Stufe I bis VII)
Genau hier setzt die Dynamisierung nach § 43 WoGG an: Sie passt zum 1. Januar jedes zweiten Jahres die Miet-Höchstbeträge und die Berechnungsfaktoren an gestiegene Mieten und Preise an. 2026 fällt diese Anpassung aus — die letzte gab es zum 1. Januar 2025, die nächste kommt zum 1. Januar 2027.
Wer bekommt 2026 kein Wohngeld?
Kein Wohngeld erhältst du, wenn deine Unterkunftskosten bereits über eine andere Leistung gedeckt sind (§ 7 WoGG), etwa bei Bürgergeld, Grundsicherung im Alter oder Sozialhilfe. Dort übernimmt das zuständige Amt die Miete direkt, ein zusätzliches Wohngeld gibt es dann nicht. Wohngeld richtet sich gezielt an Haushalte, die ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten, bei denen aber die Miete knapp wird — typischerweise Geringverdiener, Rentner mit kleiner Rente und Familien.
Ob sich ein Antrag in deinem Fall lohnt, lässt sich pauschal nicht sagen: Miete, Einkommen und Mietstufe spielen individuell zusammen. Am Durchrechnen führt deshalb kein Weg vorbei.
Wie und wo stelle ich den Antrag?
Den Antrag stellst du bei der Wohngeldstelle deiner Stadt oder Gemeinde; viele Kommunen bieten inzwischen auch ein Online-Formular an. Gezahlt wird das Wohngeld ab dem Ersten des Monats, in dem dein Antrag eingeht; rückwirkend für frühere Monate gibt es in der Regel nichts. Wer also überlegt, ob sich ein Antrag lohnt, sollte ihn lieber früher als später stellen. Bewilligt wird meist für zwölf Monate, danach brauchst du einen Weiterleistungsantrag.
Anspruch jetzt prüfen
Mit unserem Wohngeld-Rechner findest du in wenigen Minuten heraus, ob du Anspruch hast. Informationen zu den Voraussetzungen gibt es unter Wohngeld-Voraussetzungen.
Quellen: Wohngeldgesetz (WoGG), BMWSB — Wohngeld