Kirchensteuer-Ersparnis pro Jahr
480 € (Bayern) bis 540 € (NRW) bei 4.000 € Brutto
Stand: Mai 2026 · Werte ohne Gewähr
Mit dem Kirchenaustritt sparst du die 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) bzw. 9 % (Rest) Kirchensteuer auf die Einkommensteuer. Bei einem mittleren Gehalt läuft das schnell auf rund 500 € pro Jahr hinaus, oft auch mehr.
Brutto-KiSt-Ersparnis nach Gehalt
Steuerklasse 1, alleinverdienend, ledig. Werte gerundet für 2026.
| Brutto/Monat | KiSt 8 % (BY/BW) | KiSt 9 % (Rest) |
|---|---|---|
| 2.500 € | ~150 €/Jahr | ~170 €/Jahr |
| 3.000 € | ~250 €/Jahr | ~285 €/Jahr |
| 4.000 € | ~480 €/Jahr | ~540 €/Jahr |
| 5.000 € | ~720 €/Jahr | ~810 €/Jahr |
| 6.000 € | ~970 €/Jahr | ~1.090 €/Jahr |
Sonderausgaben-Effekt rechnet runter
Gezahlte Kirchensteuer ist als Sonderausgabe absetzbar (§ 10 EStG). Das mindert deine Einkommensteuer um deinen Grenzsteuersatz auf den KiSt-Betrag. Die echte Netto-Ersparnis liegt also unter der Brutto-KiSt — typisch bei 70 bis 80 Prozent davon.
Zur Veranschaulichung: 540 € KiSt brutto (4.000 € Brutto in NRW) × 30 % Grenzsteuersatz = 162 € Sonderausgaben-Effekt. Netto-Ersparnis: 540 − 162 = 378 €/Jahr.
Rechenbeispiel Schritt für Schritt
Nehmen wir 4.000 € Brutto, Steuerklasse 1, ledig, in Nordrhein-Westfalen (9 %):
- Lohnsteuer rund 500 € im Monat
- Kirchensteuer 9 % davon = 45 € im Monat = 540 € im Jahr (brutto)
- abzüglich Sonderausgaben-Effekt (rund 30 % Grenzsteuersatz): −162 €
- echte Netto-Ersparnis durch Austritt: rund 378 € pro Jahr
In Bayern oder Baden-Württemberg wäre dieselbe Person bei 8 % einen Achtel günstiger: rund 480 € brutto, also etwa 336 € netto. Die Zahlen sind gerundet — deine genaue Lohnsteuer hängt von Freibeträgen und weiteren Abzügen ab. Auf deiner Gehaltsabrechnung findest du den Betrag in der Zeile „KiSt“ oder mit dem Konfessionskürzel (z. B. „ev“ oder „rk“) — so siehst du sofort, was der Austritt dir monatlich bringt.
Ab wann sich der Austritt lohnt
Die Kirchensteuer hängt direkt an deiner Lohnsteuer. Verdienst du so wenig, dass keine Lohnsteuer anfällt — also unter dem Grundfreibetrag von 12.348 € (2026) —, zahlst du ohnehin keine Kirchensteuer; ein Austritt bringt dann nichts. Spürbar wird die Ersparnis ab etwa 1.500 € Brutto im Monat, und sie wächst mit dem Einkommen, weil die Lohnsteuer progressiv steigt.
Wichtig für das Timing: Der Austritt wirkt ab dem Folgemonat, in dem das Standesamt bzw. Amtsgericht ihn beurkundet. Für das laufende Jahr zählt also, wann du austrittst — je früher im Jahr, desto mehr Monate KiSt sparst du bereits in diesem Jahr.
Ehepaare: zwei getrennte Kirchensteuern
Kirchensteuer ist personenbezogen. Sind beide Ehepartner Kirchenmitglieder, zahlt jeder seine eigene Kirchensteuer auf seinen Anteil an der Steuer — und jeder kann auch nur für sich austreten. Tritt nur einer aus, sinkt entsprechend nur dessen Anteil.
Gehören beide derselben Konfession an (konfessionsgleiche Ehe), wird bei Zusammenveranlagung die gemeinsame Kirchensteuer hälftig auf beide verteilt. Bei verschiedenen Konfessionen (z. B. evangelisch und katholisch) zahlt jeder an seine eigene Kirche — die Gesamtbelastung bleibt gleich, sie verteilt sich nur auf zwei Empfänger.
Was du gegenrechnen solltest
Der Austritt kostet einmalig eine kleine Gebühr (je nach Bundesland 0 bis rund 60 €) — gegen die jährliche Ersparnis von mehreren hundert Euro ist das schnell wieder drin. Bedenken solltest du die nicht-finanzielle Seite: Mit dem Austritt entfällt das Anrecht auf eine kirchliche Trauung, Taufe oder ein kirchliches Begräbnis. Das ist eine persönliche Entscheidung — der Rechner liefert dir nur die Zahlenseite, damit du die finanzielle Hälfte sauber gegen die ideelle abwägen kannst.
Deine konkrete Ersparnis (inkl. Sonderausgaben-Effekt + Break-even) berechnen:
Zum Kirchensteuer-Rechner →Weiterlesen
Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Steuerberatung. Stand: Mai 2026.