Zum Inhalt springen

4.000 € Brutto, 50 % Kurzarbeit

Stand: Mai 2026 · SGB III §§ 95–106 · PAP 2026

Du verdienst 4.000 € brutto im Monat, dein Arbeitgeber meldet die Hälfte deiner Stunden als Kurzarbeit an. Aus deinen 2.639 € Netto werden in Summe 2.181 € Gesamtnetto — rund 458 € oder 17,4 % weniger. Der größere Brocken (1.493 €) ist dein Restlohn auf 2.000 € Brutto, dazu kommen 688 € steuerfreies KUG.

Beispielrechnung 2026

PositionBei VollarbeitBei 50 % Kurzarbeit
Brutto-Lohn4.000,00 €2.000,00 €
Lohnsteuer (Steuerklasse I)−520,83 €−86,75 €
Sozialversicherung (21 %)−840,00 €−420,00 €
Netto vom Arbeitgeber2.639,17 €1.493,25 €
Kurzarbeitergeld (60 % § 105 SGB III)0,00 €+687,55 €
Gesamtnetto2.639,17 €2.180,80 €
Differenz−458,37 € (−17,4 %)

Annahmen: Steuerklasse I, kinderlos, gesetzlich versichert, KV-Zusatzbeitrag 2,9 %, Bundesland West (NRW). KUG nach pauschaliertem Netto § 106 SGB III.

Wie das KUG berechnet wird

Die Bundesagentur für Arbeit nutzt nicht dein echtes Netto, sondern einen pauschalierten Wert nach § 106 SGB III: Brutto minus Lohnsteuer (laut PAP 2026) minus 21 % SV-Pauschale. Damit landen einheitliche Werte beim Sachbearbeiter.

  • Pauschaliertes Soll-Netto bei 4.000 €: 2.639,17 €
  • Pauschaliertes Ist-Netto bei 2.000 €: 1.493,25 €
  • Nettoausfall: 1.145,92 €
  • KUG = 60 % × 1.145,92 € = 687,55 €

Mit mindestens einem Kind im Haushalt steigt der Leistungssatz auf 67 % — das sind 768 € statt 688 €. Beim Antrag prüfen, ob die Lohnsteuerkarte das Kindermerkmal eingetragen hat: ein fehlendes Kreuz kostet dich bei 6 Monaten Kurzarbeit rund 480 €.

Was du in dieser Gehaltsklasse beachten solltest

  • Höhere Folgesteuer-Wahrscheinlichkeit: Bei 4.000 € bist du in einem höheren Tarifbereich (Grenzsteuersatz ca. 30 %). Der Progressionsvorbehalt schlägt entsprechend stark durch. Der Progressionsvorbehalts-Rechner zeigt dir das Risiko genau an.
  • Aufstockung prüfen: In Tarifbranchen (Metall, Chemie, ÖD) gibt es häufig Aufstockungen auf 80–90 % des Soll-Nettos. Mit Aufstockung kämen aus den 2.181 € rund 2.300–2.500 €. Frag explizit beim Personalbereich nach dem Tarif.
  • Riester-/bAV-Beiträge: Persönliche Beiträge in betriebliche Altersvorsorge laufen normal weiter. Prüfe, ob das Sinn macht, oder ob du die Beiträge temporär aussetzen kannst — bei Kurzarbeit ist Liquidität oft wichtiger.
  • Pflicht zur Steuererklärung: Ab 410 € KUG im Jahr (§ 46 EStG). Bei dir absolute Sicherheit — in 1 Monat 50 % Kurzarbeit reichen aus.

Andere Kurzarbeit-Szenarien

Dein Brutto, dein Ausfall oder deine Steuerklasse sind anders? Berechne dein exaktes KUG.

Zum Kurzarbeitergeld-Rechner →

Weiterlesen

Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Rechtsberatung. Stand: Mai 2026. Rechtsgrundlage: SGB III §§ 95–106, EStG § 32b. Pauschaliertes Netto nach § 106 SGB III mit SV-Pauschale 21 % (2026).