Krypto-Portfolio mit FIFO berechnen: CSV-Import statt Trades abtippen
Das Problem: 200 Trades, ein Steuerformular
Ein einzelner Krypto-Verkauf ist schnell durchgerechnet. Aber wer übers Jahr verteilt nachkauft, teilverkauft, tauscht und stakt, sitzt am Ende vor einer Exportdatei mit Hunderten Zeilen. Und vor der Frage: Welcher Gewinn davon ist überhaupt steuerpflichtig?
Dafür hat der Krypto-Steuerrechner jetzt einen Portfolio-Tab mit FIFO-Berechnung und CSV-Import. Du lädst den Export deiner Börse hoch, und der Rechner ermittelt den steuerpflichtigen Gewinn pro Coin, inklusive der Anteile, die schon aus der Haltefrist raus sind.
Kurzantwort: Bei mehreren Käufen desselben Coins schreibt das Finanzamt die FIFO-Methode vor: Der zuerst gekaufte Coin gilt als zuerst verkauft. Jeder Anteil hat seine eigene 12-Monats-Haltefrist. Der Portfolio-Rechner wendet FIFO automatisch an und trennt steuerfreie von steuerpflichtigen Teilen.
Was ist die FIFO-Methode bei Krypto?
FIFO steht für First In, First Out — zuerst rein, zuerst raus. Wenn du denselben Coin mehrfach zu unterschiedlichen Preisen gekauft hast und einen Teil verkaufst, musst du festlegen, welche Coins du verkauft hast. Steuerlich gilt: die ältesten zuerst.
Das klingt nach Kleinkram, entscheidet aber zwei Dinge: ob ein Verkauf in die 12-Monats-Haltefrist fällt (steuerfrei) oder nicht, und mit welchem Anschaffungspreis der Gewinn berechnet wird.
Die FIFO-Zuordnung läuft dabei wallet- bzw. börsenbezogen: Das BMF-Schreiben vom 6. März 2025 stellt klar, dass jede Wallet und jedes Börsenkonto getrennt betrachtet wird. Coins auf der einen Börse mischen sich nicht mit denen auf einer anderen.
Rechenbeispiel FIFO
Angenommen, du kaufst dreimal Bitcoin und verkaufst dann einen Teil:
| Datum | Vorgang | Menge | Kurs |
|---|---|---|---|
| 10.01.2025 | Kauf | 0,2 BTC | 40.000 € |
| 05.06.2025 | Kauf | 0,2 BTC | 55.000 € |
| 20.11.2025 | Kauf | 0,2 BTC | 70.000 € |
| 15.02.2026 | Verkauf | 0,3 BTC | 80.000 € |
Nach FIFO verkaufst du zuerst die 0,2 BTC vom Januar 2025, dann 0,1 BTC vom Juni 2025. Beide wurden weniger als 12 Monate gehalten, sind also steuerpflichtig. Der Gewinn: 0,2 × (80.000 − 40.000) + 0,1 × (80.000 − 55.000) = 8.000 + 2.500 = 10.500 €. Die 0,2 BTC vom November bleiben im Bestand und ticken weiter Richtung Steuerfreiheit.
Der Portfolio-Rechner macht diese Zerlegung Lot für Lot, auch über Dutzende Käufe hinweg.
CSV-Import: Welche Börsen werden erkannt?
Statt jede Zeile abzutippen, lädst du den CSV-Export deiner Börse direkt hoch. Der Rechner erkennt das Format automatisch an den Spaltenüberschriften.
Direkt unterstützt werden:
- Bitpanda (EUR direkt)
- Coinbase (EUR direkt)
- Bitcoin.de (EUR direkt)
- Kraken (mit automatischer EUR-Umrechnung)
- Binance (mit automatischer EUR-Umrechnung)
Für alle anderen Börsen gibt es ein generisches Template — Datum, Typ, Menge, Coin, Preis. Lädst du eine Datei hoch, deren Börse der Rechner nicht eindeutig zuordnen kann, sagt er das offen und schlägt das generische Template vor, statt stillschweigend falsche Spalten zu raten.
- Was, wenn meine Börse in US-Dollar exportiert?
- Kraken und Binance liefern Beträge oft in Fremdwährung. Der Rechner zieht für jeden Trade den historischen Tageskurs heran und rechnet auf Euro um. Du musst nichts manuell konvertieren.
- Werden meine hochgeladenen Daten gespeichert?
- Nein. Die CSV-Datei wird nur für die Berechnung im laufenden Vorgang verarbeitet und nicht gespeichert. Es gibt keine Anmeldung und kein Konto.
Staking und Futures haben eigene Tabs
Nicht jeder Krypto-Ertrag läuft über § 23 EStG. Der Rechner trennt das deshalb in eigene Tabs:
- Staking-Rewards sind sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG mit einer eigenen Freigrenze von 256 € pro Jahr. Der Staking-Tab summiert die Zuflüsse zum Tageskurs und prüft die Freigrenze.
- Futures und Derivate fallen unter § 20 EStG (25 % Abgeltungsteuer). Die früher geltende 20.000-€-Deckelung der Verlustverrechnung wurde durch das JStG 2024 rückwirkend abgeschafft. Verluste sind wieder voll verrechenbar.
Mehr zu den Regeln dahinter steht im Krypto-Steuern-Leitfaden 2026.
Vom Ergebnis zur Steuererklärung
Der private Veräußerungsgewinn aus dem Portfolio-Tab landet in der Anlage SO deiner Einkommensteuererklärung, Staking ebenfalls. Futures dagegen kommen in die Anlage KAP. Wie du die Zahlen einträgst, zeigt die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Krypto-Steuererklärung.
- Muss ich FIFO oder darf ich auch LIFO nutzen?
- In Deutschland ist für Kryptowährungen die FIFO-Methode der Standard. Sie wird wallet- bzw. börsenbezogen angewendet. Eine gesonderte Wahl musst du nicht treffen, der Rechner setzt FIFO automatisch um.
- Zählt ein Coin-Tausch als Verkauf?
- Ja. Ein Tausch BTC → ETH gilt steuerlich als Verkauf des einen und Kauf des anderen Coins. Für den neuen Coin beginnt die 12-Monats-Haltefrist von vorn. Trag den Tausch im Portfolio entsprechend als Verkauf plus Kauf ein.
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Lade deinen Börsen-Export hoch oder trag die Trades manuell ein, den Rest erledigt der Rechner: FIFO, Haltefrist und Freigrenze. Zum Krypto-Steuerrechner →
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