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Entnahmeplan berechnen

Wie viel du monatlich entnehmen kannst, wie lange das Kapital reicht – und was nach Steuern und Inflation davon übrig bleibt.

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Was willst du wissen?
Das Vermögen, aus dem entnommen wird. Laufende Einzahlungen bildet der Rechner nicht ab.
Beim Bank-Auszahlplan die zugesagte Verzinsung. Beim Depot ist jede Zahl eine Annahme, rechne mehrere Szenarien.
%
Nur im ersten Modus verwendet. Am Ende dieser Zeit ist das Kapital aufgebraucht.
Nur im zweiten Modus verwendet. Liegt sie unter dem laufenden Ertrag, reicht das Kapital unbegrenzt.
Ändert die Entnahme nicht, sondern nur die Spalte „in heutigem Geld".
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Steuerliche Angaben

Voreingestellt sind 1.000,00 € Sparer-Pauschbetrag ohne Kirchensteuer. Das passt für die meisten Alleinstehenden.

Wird gerechnet …

Warum die Rendite so viel ausmacht

Ein Entnahmeplan ist dieselbe Rentenformel wie ein Kredit, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Beim Darlehen tilgt die Rate eine Schuld, hier verzehrt sie ein Guthaben. Und genau wie beim Kredit wirkt der Zins auf den jeweils noch vorhandenen Bestand, nicht auf den Anfangsbetrag. Deshalb steigt die mögliche Entnahme mit der Rendite stärker, als man auf den ersten Blick vermutet.

300.000,00 € über 25 Jahre verzehren

RenditeEntnahme pro MonatEntnahme gesamtdavon ErtragAbgeltungsteuer
0,00 %1.000,00 €300.000,00 €0,00 €0,00 €
2,00 %1.271,56 €381.468,00 €81.469,18 €15.320,44 €
3,00 %1.422,63 €426.789,00 €126.790,75 €27.099,35 €
4,00 %1.583,51 €475.053,00 €175.053,28 €39.733,38 €
5,00 %1.753,77 €526.131,00 €226.131,07 €53.164,62 €

Alleinstehend, ohne Kirchensteuer. Die Zeilen kommen aus derselben Rechenfunktion wie das Ergebnis oben.

Ohne Verzinsung teilst du das Kapital einfach durch die Monate. Jeder Prozentpunkt Rendite darauf verschiebt die mögliche Entnahme spürbar nach oben, weil das Restkapital während der gesamten Laufzeit weiterarbeitet. Mit der Rendite wächst allerdings auch der steuerpflichtige Ertrag, und der Sparer-Pauschbetrag deckt dann nur noch einen kleinen Teil davon ab.

Die drei Modi

Kapitalverzehr über eine feste Zeit. Du gibst vor, wie lange das Geld reichen soll, und bekommst die Rate, mit der es am Ende exakt auf null läuft. Das ist der klassische Bank-Auszahlplan. Der Vorteil: Die Rate ist maximal. Der Nachteil: Wenn du länger lebst als geplant, ist nichts mehr da.

Reichweite bei fester Entnahme. Du weißt, wie viel du brauchst, und willst wissen, wie lange es trägt. Das ist die ehrlichere Frage, wenn die Entnahme eine Lücke im Haushaltsbudget schließen soll. Liegt deine Wunschentnahme unter dem laufenden Ertrag, meldet der Rechner „unbegrenzt“ und rechnet einen Anzeigehorizont, weil der Plan sonst nie endet.

Nur die Erträge entnehmen. Das Kapital bleibt nominal stehen und kann vererbt werden. Die Rate ist deutlich kleiner als in den anderen Modi. Wer diesen Weg wählt, sollte die letzte Spalte der Jahrestabelle im Blick behalten: Nominal gleichbleibende Entnahmen verlieren mit jedem Jahr an Kaufkraft.

Nominal ist nicht real

Der häufigste Fehler bei Entnahmeplänen ist nicht die Rendite-Annahme, sondern die stillschweigende Gleichsetzung von nominal und real. Eine Entnahme von 1.500 Euro bleibt über 25 Jahre bei 1.500 Euro. Was du dafür kaufen kannst, nicht. Bei 2 Prozent Inflation entspricht die Entnahme im 25. Jahr nur noch gut 900 Euro heutiger Kaufkraft.

Deshalb hat die Jahrestabelle eine Spalte „in heutigem Geld“. Sie deflationiert die Netto-Entnahme mit der von dir eingestellten Inflationsrate. Wer eine real konstante Entnahme will, muss die Rate jedes Jahr anheben. Das bildet dieser Rechner bewusst nicht automatisch ab, weil die Wahl zwischen nominal und real konstant eine Entscheidung ist, die man sehen soll, statt sie voreingestellt zu bekommen. Wie stark die Kaufkraft fällt, rechnet der Inflationsrechner auch isoliert durch.

Wie die Abgeltungsteuer hier wirkt

Besteuert wird nicht die Entnahme, sondern der Ertrag. Auf Kapitalerträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf diese Steuer und bei Kirchenmitgliedschaft zusätzlich 8 Prozent (Bayern und Baden-Württemberg) oder 9 Prozent Kirchensteuer. Vorher wird der Sparer-Pauschbetrag abgezogen: 1.000,00 € für Alleinstehende, 2.000,00 € bei Zusammenveranlagung (§ 20 Abs. 9 EStG).

Bei Kirchensteuer rechnet der Rechner nicht naiv 25 Prozent plus Zuschläge, sondern die Sonderformel des § 51a Abs. 2c EStG. Sie berücksichtigt, dass die Kirchensteuer ihrerseits als Sonderausgabe die Bemessungsgrundlage mindert, und ergibt deshalb einen etwas niedrigeren Wert. Dieselbe Formel nutzt auch der Kapitalertragsteuer-Rechner dieser Seite, damit die beiden nicht auseinanderlaufen.

In der Jahrestabelle fällt auf, dass die Steuer im Lauf des Plans sinkt und am Ende oft ganz verschwindet. Der Grund ist einfach: Mit dem Kapital schrumpft der Ertrag, und irgendwann liegt er unter dem Sparer-Pauschbetrag. Wer in den ersten Jahren größere Beträge entnimmt, verschiebt diesen Punkt nach vorn.

Wo dieser Rechner vereinfacht

  • Besteuerung des Jahresertrags. Streng korrekt wäre bei einem Depot die First-in-first-out-Reihenfolge deiner Käufe: Steuer fällt erst beim Verkauf an, dafür auf den aufgelaufenen Gewinn. Der Rechner sieht nur ein Startkapital und kennt deine Einstandskurse nicht. Er besteuert deshalb den Ertrag des jeweiligen Jahres. Für einen Auszahlplan mit fester Verzinsung ist das exakt, bei einem ETF-Depot verschiebt es den zeitlichen Anfall.
  • Konstante Rendite. Reale Depots schwanken. Eine schlechte Phase gleich zu Beginn der Entnahme wirkt sich viel stärker aus als dieselbe Phase am Ende, weil in den ersten Jahren das größte Kapital betroffen ist. Ein Plan mit fester Rendite bildet dieses Risiko nicht ab.
  • Keine Teilfreistellung. Bei Fonds mindert § 20 InvStG den steuerpflichtigen Ertrag, bei Aktienfonds um 30 Prozent. Das rechnet der ETF-Sparplan-Rechner mit, hier bleibt es außen vor – der Entnahmeplan soll auch für Auszahlpläne und Festgeld stimmen, wo es keine Teilfreistellung gibt.
  • Keine laufenden Einzahlungen. Der Plan startet mit einem Betrag und entnimmt daraus. Wer parallel weiter anspart, rechnet die Ansparphase im Sparplan-Rechner und nimmt das Endkapital von dort als Startwert hierher.
  • Keine Anlageberatung. Der Rechner führt eine Modellrechnung mit deinen Zahlen aus. Er empfiehlt kein Produkt und prüft deine persönliche Situation nicht.

Der Weg von der Rentenlücke hierher

Viele kommen über die Frage hierher, wie groß das Loch zwischen gesetzlicher Rente und Bedarf ist. Der Rentenlücken-Rechner beantwortet den ersten Teil: Er nennt den Kapitalbedarf für eine monatliche Lücke über eine bestimmte Zeit, und zwar bewusst ohne Verzinsung. Das ist die konservative Untergrenze.

Dieser Rechner setzt dort an und verzinst das Restkapital während der Entnahme. Der Kapitalbedarf fällt dadurch niedriger aus, weil das Geld weiterarbeitet, solange es noch da ist. Beide Zahlen nebeneinander zu haben lohnt sich: Die eine sagt, was du ohne jede Annahme brauchst, die andere, was du bei einer bestimmten Rendite bräuchtest. Wie viel Rentenpunkte in der gesetzlichen Rente wert sind, steht im Rentenpunkte-Rechner.

Stand & Quellen

Stand: Juli 2026. Die Finanzmathematik ist Standard und unterliegt keinem Gesetzesstand; die Steuerwerte stammen aus derselben Quelle wie der Kapitalertragsteuer-Rechner dieser Seite. Keine Anlage- und keine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Wie lange reicht mein Kapital bei fester Entnahme?

Das hängt an drei Größen: Startkapital, Rendite und Entnahmehöhe. Solange die monatliche Entnahme unter dem laufenden Ertrag bleibt, reicht das Kapital rechnerisch unbegrenzt. Sobald sie darüber liegt, wird die Substanz angegriffen, und die Reichweite sinkt schnell. Der Rechner gibt sie im Modus „Wunschentnahme“ in Jahren aus.

Was ist der Unterschied zum Sparplan-Rechner?

Der Sparplan-Rechner baut Kapital auf, der Entnahmeplan baut es ab. Mathematisch ist es dieselbe Rentenformel mit umgekehrtem Vorzeichen. Beide nutzen auf rechner-hub.de dieselbe Finanzmathematik-Bibliothek, damit sie nicht auseinanderlaufen.

Wie wird die Entnahme besteuert?

Nicht die Entnahme selbst wird besteuert, sondern der Ertrag. Auf Kapitalerträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer und gegebenenfalls Kirchensteuer. Vorher wird der Sparer-Pauschbetrag abgezogen: 1.000 Euro für Alleinstehende, 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung (§ 20 Abs. 9 EStG).

Warum sinkt die Steuer im Lauf des Plans?

Weil das Kapital schrumpft und mit ihm der jährliche Ertrag. Am Anfang liegt der Ertrag oft deutlich über dem Sparer-Pauschbetrag, gegen Ende darunter. Dann fällt gar keine Abgeltungsteuer mehr an. In der Jahrestabelle siehst du diesen Verlauf Zeile für Zeile.

Was bedeutet „ewige Entnahme“?

Du entnimmst nur so viel, wie das Kapital an Ertrag abwirft. Das Kapital bleibt dann nominal unverändert. Seine Kaufkraft nicht: Bei 2 Prozent Inflation ist dieselbe Summe nach 20 Jahren nur noch rund zwei Drittel wert. Der Rechner weist die reale Entnahme deshalb in einer eigenen Spalte aus.

Rechnet der Rechner mit Inflation?

Die Entnahme selbst bleibt nominal konstant, so wie bei einem Bank-Auszahlplan. Zusätzlich zeigt die Jahrestabelle, was diese Entnahme in heutiger Kaufkraft wert ist. Eine automatisch steigende Entnahme, die die Inflation ausgleicht, bildet der Rechner nicht ab.

Welche Rendite soll ich einsetzen?

Für einen Auszahlplan bei der Bank die zugesagte Verzinsung. Für ein Depot gibt es keine zugesagte Rendite, dort ist jede Zahl eine Annahme. Rechne lieber mehrere Szenarien durch und schau, wie stark die Reichweite reagiert. Der Unterschied zwischen 3 und 5 Prozent ist über 25 Jahre erheblich.

Was ist der Unterschied zum Rentenlücken-Rechner?

Der Rentenlücken-Rechner sagt dir, wie viel Kapital du brauchst, um eine monatliche Lücke über eine bestimmte Zeit zu decken. Er rechnet dabei ohne Verzinsung, also bewusst konservativ. Der Entnahmeplan geht einen Schritt weiter und verzinst das Restkapital während der Entnahme.

Ist das eine Anlageberatung?

Nein. Der Rechner führt eine Modellrechnung mit den Zahlen aus, die du eingibst. Er empfiehlt kein Produkt, prüft deine persönliche Situation nicht und ersetzt keine Beratung durch eine dafür zugelassene Stelle.

Wie genau ist die Steuerberechnung?

Der Rechner besteuert den Ertrag des jeweiligen Jahres. Für einen Auszahlplan mit fester Verzinsung ist das exakt. Bei einem Depot fällt die Steuer dagegen erst beim Verkauf an, dafür auf den bis dahin aufgelaufenen Gewinn. Die Gesamtbelastung liegt in beiden Fällen in derselben Größenordnung, der zeitliche Anfall unterscheidet sich.