Zinseszinsrechner
Sieh, wie dein Kapital mit Zinseszins über die Jahre wächst.
Berechnungsgrundlage: Zinseszinsformel (Standard-Finanzmathematik), ohne Steuern und Inflation. | Stand: Juni 2026
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Der Zinseszinseffekt
Zinseszins bedeutet: Die Zinsen eines Jahres werden im Folgejahr mitverzinst. Dein Kapital wächst dadurch nicht linear, sondern exponentiell — je länger die Laufzeit, desto größer der Effekt.
Du zahlst regelmäßig eine monatliche Sparrate ein? Dann nutze den Sparrechner. Für ETF-Sparpläne mit Steuer ist der ETF-Sparplan-Rechner die richtige Wahl.
Praxisbeispiel: aus 10.000 € wird …
Du legst einmalig 10.000 € zu 5 % an und lässt sie liegen — ohne weitere Einzahlung. Wie stark allein der Zinseszins wirkt, zeigt der Blick auf verschiedene Laufzeiten:
| Laufzeit | Endkapital | davon Zinsen |
|---|---|---|
| 10 Jahre | 16.288,95 € | 6.288,95 € |
| 15 Jahre | 20.789,28 € | 10.789,28 € |
| 20 Jahre | 26.532,98 € | 16.532,98 € |
| 30 Jahre | 43.219,42 € | 33.219,42 € |
Nach 15 Jahren hat sich das Kapital mehr als verdoppelt, nach 30 Jahren mehr als vervierfacht — ohne dass du einen Cent nachgelegt hast. Auffällig: Von 20 auf 30 Jahre kommen über 16.000 € dazu, fast so viel wie in den ersten 20 Jahren zusammen. Genau das ist der exponentielle Effekt.
Die 72er-Regel
Wie lange dauert eine Verdopplung? Eine schnelle Faustformel ist die 72er-Regel: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt grob die Jahre bis zur Verdopplung. Bei 5 % sind das 72 ÷ 5 ≈ 14 Jahre (exakt 14,4). Je früher du anfängst, desto mehr Verdopplungen passen in deine Laufzeit — beim Zinseszins ist Zeit der wichtigste Hebel, noch vor der Höhe des Zinssatzes.
Jährliche oder monatliche Verzinsung — wie groß ist der Unterschied?
Kleiner als viele denken: 10.000 € zu 5 % über 20 Jahre ergeben 26.532,98 € bei jährlicher und 27.126,40 € bei monatlicher Gutschrift — rund 593 € oder gut 2 % mehr Endkapital. Der Zinssatz und die Laufzeit schlagen um Größenordnungen stärker durch als der Verzinsungsrhythmus. Trotzdem lohnt der Blick in die Produktbedingungen, denn Banken rechnen unterschiedlich.
Was der Rechner nicht abbildet
Der Rechner nimmt einen konstanten Zins über die gesamte Laufzeit an — bei Tagesgeld ändert sich der Satz aber laufend, bei Aktien-Renditen ist der Durchschnitt nur eine Annahme. Steuern (Abgeltungsteuer oberhalb des Sparerpauschbetrags) und Inflation bleiben außen vor: Was real übrig bleibt, zeigt der Inflationsrechner, die Steuerseite der ETF-Sparplan-Rechner.
Die Formel und was daran wichtig ist
Zinseszins bedeutet, dass die Zinsen eines Jahres im nächsten Jahr selbst wieder Zinsen tragen. Aus dieser einen Eigenschaft folgt alles Weitere:
Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz)Jahre
Entscheidend ist, dass die Laufzeit im Exponenten steht und der Zinssatz nur in der Basis. Deshalb wirkt zusätzliche Zeit stärker als ein etwas höherer Zins. Das ist der Kernsatz, den man bei diesem Thema behalten sollte, und er widerspricht der Intuition der meisten Anleger, die zuerst auf die Rendite schauen.
| 10.000 € Startkapital | Endkapital | davon Zinsen |
|---|---|---|
| 5 % über 10 Jahre | 16.288,95 € | 6.288,95 € |
| 5 % über 20 Jahre | 26.532,98 € | 16.532,98 € |
| 5 % über 30 Jahre | 43.219,42 € | 33.219,42 € |
| 3 % über 30 Jahre | 24.272,62 € | 14.272,62 € |
| 7 % über 30 Jahre | 76.122,55 € | 66.122,55 € |
Die ersten drei Zeilen zeigen den Effekt am deutlichsten. In den ersten zehn Jahren kommen 6.289 € Zinsen zusammen, in den dritten zehn Jahren 16.686 €, also fast das Dreifache bei gleichem Zinssatz und gleichem Einsatz. Der Unterschied entsteht allein dadurch, dass in der späteren Phase ein größerer Betrag verzinst wird.
Die letzten beiden Zeilen zeigen die andere Seite: Zwischen 3 und 7 % liegen über 30 Jahre mehr als 51.000 €. Bei langen Laufzeiten schlägt jeder Prozentpunkt also doch massiv durch. Beides gilt gleichzeitig, und beides folgt aus derselben Formel.
Warum monatliche Verzinsung mehr bringt
Bei jährlicher Verzinsung wird einmal im Jahr gutgeschrieben, bei monatlicher zwölfmal. Weil die Gutschrift jeweils sofort mitverzinst wird, liegt das Ergebnis höher, obwohl der Nominalzins identisch ist. Aus 10.000 € bei 5 % über 20 Jahre werden jährlich verzinst 26.532,98 €, monatlich verzinst 27.126,40 €. Der Unterschied beträgt 593,42 €.
Deshalb reicht der Blick auf den Nominalzins beim Angebotsvergleich nicht. Maßgeblich ist der Effektivzins, der die Zinsperioden bereits einrechnet. Zwei Angebote mit demselben Nominalzins, aber unterschiedlicher Zinsgutschrift, sind nicht gleichwertig.
Was diese Zahlen nicht enthalten
Der Rechner arbeitet mit einem konstanten Zinssatz und ohne Abzüge. In der Realität kommen drei Dinge dazu, die alle in dieselbe Richtung wirken.
Steuern. Auf Kapitalerträge fällt Abgeltungsteuer an, dazu Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Sie greifen oberhalb des Sparer-Pauschbetrags und schmälern nicht nur den Ertrag, sondern auch die Basis, die weiter verzinst wird. Der Zinseszinseffekt wirkt dann auf einen kleineren Betrag.
Inflation. Ein Endkapital von 43.219 € nach 30 Jahren klingt gut, entspricht bei 2 % Teuerung aber nur rund 23.860 € heutiger Kaufkraft. Was real übrig bleibt, zeigt der Inflationsrechner.
Schwankungen. Ein konstanter Zinssatz existiert nur bei Fest- und Tagesgeld. Bei Aktien oder ETFs ist die angenommene Rendite ein langjähriger Durchschnitt, kein garantierter Pfad. Für regelmäßige Einzahlungen statt einer Einmalanlage ist der Sparplan-Rechner der passendere, weil er zusätzlich Teilfreistellung und Abgeltungsteuer abbildet.
Häufige Fragen
Was ist der Zinseszinseffekt?
Beim Zinseszins werden die Zinsen eines Jahres im Folgejahr mitverzinst. Dadurch wächst das Kapital exponentiell — je länger die Laufzeit, desto stärker der Effekt.
Wirkt sich Laufzeit oder Zinssatz stärker aus?
Beides, aber unterschiedlich. Die Laufzeit steht im Exponenten und wirkt deshalb überproportional: Bei 5 % bringen die ersten zehn Jahre 6.288,95 € Zinsen, die dritten zehn Jahre 16.686 €. Über lange Zeiträume schlägt aber auch der Zinssatz durch — zwischen 3 % und 7 % liegen bei 10.000 € über 30 Jahre mehr als 51.000 €.
Wie groß ist der Unterschied zwischen jährlicher und monatlicher Verzinsung?
Bei 10.000 € und 5 % über 20 Jahre sind es 593,42 € — 27.126,40 € statt 26.532,98 €. Weil jede Gutschrift sofort mitverzinst wird, liegt monatliche Verzinsung höher, obwohl der Nominalzins identisch ist. Beim Vergleich von Angeboten zählt deshalb der Effektivzins.
Was sagt die 72er-Regel aus?
Teile 72 durch den Zinssatz, und du erhältst ungefähr die Anzahl Jahre, in denen sich dein Kapital verdoppelt. Bei 6 % sind das rund 12 Jahre.
Sind Steuern im Zinseszinsrechner berücksichtigt?
Nein, dieser Rechner arbeitet ohne Steuern und Inflation. Für einen ETF-Sparplan mit Abgeltungsteuer nutze den Sparplan-Rechner.
Warum wachsen die Zinsen in späteren Jahren so viel schneller?
Weil in jedem Jahr ein größerer Betrag verzinst wird. Bei 10.000 € und 5 % bringen die ersten zehn Jahre 6.288,95 € Zinsen, die zweiten rund 10.244 € und die dritten 16.686 € — bei unverändertem Zinssatz und ohne eine einzige zusätzliche Einzahlung. Genau deshalb ist ein früher Start wirksamer als eine höhere Sparrate später.
Wie genau ist die 72er-Regel?
Im typischen Bereich sehr genau. Bei 5 % sagt sie 14,4 Jahre, exakt sind es 14,2. Bei 6 % sagt sie 12,0, exakt 11,9. Bei 8 % trifft sie mit 9,0 Jahren punktgenau. Nur bei sehr niedrigen Zinssätzen wird sie ungenauer: Bei 3 % nennt sie 24,0 statt 23,4 Jahre.
Was bleibt nach Inflation übrig?
Deutlich weniger, als die Nominalzahl vermuten lässt. Aus 10.000 € werden bei 5 % über 30 Jahre 43.219,42 €, das entspricht bei 2 % Teuerung aber nur rund 23.860 € heutiger Kaufkraft. Für die Vermögensplanung zählt der Realzins, also die Rendite abzüglich Inflation.
Gilt der Zinseszinseffekt auch für Schulden?
Ja, mit umgekehrtem Vorzeichen. Bei Dispokrediten oder Kreditkartensalden werden nicht gezahlte Zinsen dem Saldo zugeschlagen und selbst wieder verzinst. Deshalb wachsen kleine Rückstände über die Zeit unverhältnismäßig stark — Schulden zu tilgen ist bei hohem Zins meist wirksamer, als denselben Betrag anzulegen.
Die 72er-Regel als Kopfrechnung
Wer schnell abschätzen will, wie lange eine Verdopplung dauert, teilt 72 durch den Zinssatz. Das Ergebnis ist die ungefähre Anzahl Jahre. Die Näherung ist im Bereich zwischen 4 und 10 % erstaunlich genau:
| Zinssatz | 72er-Regel | exakt |
|---|---|---|
| 3 % | 24,0 Jahre | 23,4 |
| 5 % | 14,4 Jahre | 14,2 |
| 6 % | 12,0 Jahre | 11,9 |
| 8 % | 9,0 Jahre | 9,0 |
Dieselbe Regel funktioniert auch in die andere Richtung. Teilst du 72 durch die Inflationsrate, bekommst du die Zeit, nach der sich die Kaufkraft halbiert. Bei 2 % sind das rund 36 Jahre. Anlage und Geldentwertung sind derselbe Mechanismus mit umgekehrtem Vorzeichen.
Derselbe Effekt wirkt gegen dich
Zinseszins ist kein Phänomen der Geldanlage, sondern eine Eigenschaft verzinster Beträge. Bei Schulden läuft er genauso, nur zu deinen Lasten: Nicht gezahlte Zinsen werden dem Saldo zugeschlagen und im nächsten Zeitraum selbst wieder verzinst.
Besonders spürbar ist das bei Dispositionskrediten und Kreditkartensalden, deren Sätze deutlich über dem liegen, was am Kapitalmarkt zu erwarten ist. Daraus folgt eine einfache Priorität: Solange der Sollzins einer Schuld höher ist als die realistisch erwartbare Rendite einer Anlage, bringt Tilgen mehr als Anlegen. Und das Ergebnis ist zudem sicher, während die Rendite es nicht ist.
Bei Immobiliendarlehen ist die Rechnung dieselbe, nur mit kleineren Zahlen und über längere Zeiträume. Wie stark eine höhere Tilgung die Gesamtzinsen drückt, zeigt der Baufinanzierungsrechner.
Begriffe kurz erklärt
- Zinseszins:
- Zinsen, die auf bereits gutgeschriebene Zinsen anfallen. Ursache des exponentiellen Wachstums.
- Nominalzins:
- Der angegebene Jahreszinssatz ohne Berücksichtigung der Zinsperioden.
- Effektivzins:
- Der tatsächliche Jahresertrag inklusive unterjähriger Zinsgutschriften. Die Größe für den Angebotsvergleich.
- Zinsperiode:
- Der Abstand zwischen zwei Zinsgutschriften. Je kürzer, desto höher das Endkapital bei gleichem Nominalzins.
- Realzins:
- Der Zins nach Abzug der Inflation. Erst ein positiver Realzins vermehrt Kaufkraft.
- Einmalanlage:
- Ein einziger Betrag, der liegen bleibt. Bei laufenden Einzahlungen gilt die Sparplan-Formel.